Kinderbuchillustratorin Nina Dulleck über Pupsprinzen und magische Tiere

Nina traf ich das erste Mal an einer Bushaltestelle am Bremer Bahnhof Anfang Dezember 2015. Ich betrachtete sie und überlegte, ob sie zu den Teilnehmern der Weiterbildung bei der Textmanufaktur für Kinder- und Jugendbuchautoren gehören könnte, zu der ich unterwegs war. Sie trug einen tannengrünen Mantel, dazu eine knallgelbe Ledertasche, einen tomatenroten Trolley und sie lächelte verschmitzt. So hatte ich mir eine Kinderbuchautorin irgendwie immer vorgestellt. Während dieser Tage in Worpswede entdeckte ich eine außergewöhnliche Frau mit einem starken Charakter, viel Humor und unglaublicher Kreativität. Ich freue mich sehr, dass sie mir für meinen Blog in einem Interview Rede und Antwort steht.

1. Nina, du bist eine etablierte Kinderbuchillustratorin und -autorin, die für namhafte deutsche Verlage arbeitet. Wie bist du zum Illustrieren/Zeichnen gekommen?

Seit ich einen Stift halten kann, zeichne ich und die geschriebenen Wörter kamen ab der ersten Klasse dazu. „Offiziell“ gestartet habe ich mit 16 Jahren bei einem Miniverlag mit Aufklebern und T-Shirtmotiven. Es folgte „Der Mutmachkalender“ und etwas später die ersten Buchillustrationen.

2. Was motiviert und fasziniert dich in deiner täglichen Arbeit?

Mich fasziniert an meiner täglichen Arbeit, zu sehen, wie durch Worte und Bilder ganze Welten entstehen können, die andere Menschen berühren, ermutigen, zum Lachen bringen. Das ist ein Wunder und ein enormes Privileg!

3. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Kinderwecken und für die Schule fertig machen, Sport, ins Büro trotten, Mittagessen (mein Mann kocht meistens), Päuschen und dann entweder nochmal ins Büro oder Kinderhüten.

4. Eine sehr erfolgreiche Kinderbuchserie ist die Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ von Margit Auer, die du illustriert hast. Was begeistert dich an diesen Geschichten besonders?

Mich begeistert daran, dass eine relativ einfach Idee – Kinder, Magische Tiere und Schule – so dermaßen viele Leser, mittlerweile fast weltweit, berührt. Margit Auer holt die Kinder dort ab, wo sie sind, nimmt sie ernst und macht Mut. Das finde ich ganz wunderbar!

5. Im Februar 2016 erschien bei Oetinger das Buch „Kakadu und Kukuda“ von Paul Maar mit deinen Illustrationen. Ein Band voller Tiere, witziger Reime und verrückter Zungenbrecher. Inwieweit stehst du mit den Autoren der Bücher in direktem Austausch? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Normalerweise habe ich keinen direkten Kontakt zu den Autoren meiner Bücher. Manchmal ergibt es sich, aber generell geht alles über den Lektor im Verlag. Das ermöglicht es dem Autor, wie auch dem Illustrator, entspannt an seinem Part des Buches zu arbeiten und sein Bestes zu geben.

6. Du hast von Pappbilderbüchern für 2-jährige bis hin zu Kinderromanen für 12-jährige eine Vielzahl an Büchern illustriert. Für welche Altersgruppe illustrierst du am liebsten und warum?

Sei es nun die eher reduziert und klar gezeichneten Pappbilderbücher, die opulenten Bilderbücher, in denen man sich als Illustrator so richtig austoben kann, bis hin zu den farbigen und s/w Büchern aus dem erzählenden Kinderbuch, wo es darum geht, den Text durch lustige, spannende Szenen aufzulockern und den Genuss des Lesens noch zu Versüßen – ich liebe es, Text und Bild zusammen zu bringen – egal, für welche Altersgruppe.

7. Hast du unter deinen Kreationen eine Lieblingsfigur? Wenn ja, welche?

Das sind alles meine „Babys“, würde ich sagen, und ich freue mich an ihnen. Momentan liegt mir mein „Pupsprinz“ und meine „Schluckaufprinzessin“ sehr am Herzen. Außerdem kommt im Herbst ein kleiner, selbst geschriebener und illustrierter Außerirdischer zur Welt – auf den freue ich mich auch schon sehr. Das Buch heißt „Miep, der Außerirdische“ und ist für Leute ab 5 zum Vorgelesenbekommen und Leute ab 7 zum Selberlesen.

8. Seit einiger Zeit schreibst du auch selbst Geschichten für Kinder. Wie kam es dazu?

Wie gesagt, das mache ich eigentlich schon seit der ersten Klasse. Irgendwie fehlten mir diese Geschichten bei meiner Arbeit als Illustratorin. Sie liefen mir einfach nicht, von Anderen geschrieben, über den Weg. Also hab ich angefangen, sie selber aufzuschreiben…

9. Deine eigenen Bücher zeichnen sich durch sehr humorvolle Texte und wunderschöne, detailreiche Illustrationen aus. Wo findest du die Ideen für Geschichten wie die „Schluckaufprinzessin“ und den „Pupsprinzen“?

Ich finde keine Ideen, denn ich suche sie eigentlich nicht. Sie schwirren da einfach so rum in meiner Nina-Welt. Dann gibt es einen Auslöser, den Schluckauf meiner Ältesten oder eine dahergewehte Pupsfahne meines Jüngsten und schwuppsdich …

10. Du führst auch Lesungen deiner Bücher und Zeichen-Workshops mit Kindern durch. Was finden die jungen Teilnehmer besonders toll?

Räusper – da müsste man die „jungen Teilnehmer“ fragen 🙂

11. Was planst du für deine berufliche Zukunft? Hast du ein konkretes außergewöhnliches Projekt?

Ich hoffe, noch jede Menge einzigartige Geschichten bebildern, bzw. sie auch selber schreiben und bebildern zu dürfen UND damit in möglichst vielen Kinderzimmern zu landen. Ich habe, neben dem kleinen Außerirdischen, aktuell zwei lustige Bilderbuchgeschichten, die ich umsetzen möchte. Dazu werde ich mir im Sommer/Herbst Zeit fürs Aufschreiben nehmen und dann gehe ich ein Verlagszuhause für die beiden suchen.

Vielen Dank für das Interview! Wenn ihr mehr über Nina Dulleck erfahren wollt, schaut hier vorbei.

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